Mobile Stadtteilarbeit stellt durch seine Brückenfunktion zu stationären Strukturen einen entscheidenden Faktor wirksamer Gemeinwesenarbeit dar. Übergreifendes Ziel ist die Verbesserung des sozialen Zusammenhalts und die Resilienz in den Nachbarschaften.
Stadtteilzentren richten ihre Angebote nach den konkreten Lebensbedingungen und Bedarfen der Nachbarschaften aus. Neben einer sozialen Infrastruktur vor Ort im Sinne einer Komm-Struktur werden Angebote der Gemeinwesenarbeit durch die Mobile Stadtteilarbeit als Geh-Struktur ergänzt.
Mobile Stadtteilarbeit stellt dabei einen zentralen Baustein unterstützender Gemeinwesenarbeit dar. Sie richtet sich insbesondere an Menschen, die von sozialer Ausgrenzung betroffen sind oder bei der Bewältigung gravierender sozialer Problemlagen auf besondere Unterstützung angewiesen sind.
Rahmen und Mindestausstattung
| Aspekte | Fakten und Ausstattung |
|---|---|
| Synergie | Verknüpfung des Landesprogramms Mobile Stadtteilarbeit mit temporären Mitteln des Infrastrukturförderprogramms Stadtteilzentren und der ressortübergreifenden Gemeinschaftsinitiative |
| Standort/e | Basis der Teams der Mobilen Stadtteilarbeit in Stadtteilzentren oder ähnlichen Einrichtungen |
| Ziele | 1. Stärkung soziales Miteinander: u.a. Begegnung und Austausch der Bewohner*innen fördern 2. Beteiligung und Mitgestaltung: u.a. unmittelbare sozialräumlich orientierte Einbindung von Themen der Menschen im Kiez 3. Prävention sozialer Marginalisierung 4. Politische Bildung und Demokratiearbeit 5. Unterstützung und Beratung: Erreichen von Menschen, die offene Angebote bisher nicht oder nur wenig nutzen 6. Kooperation und Zusammenarbeit: z.B. mit der bezirklichen Stadtteilkoordination und weiteren Strukturen |
| Laufzeit | Seit 01.01.2024 (zuvor EU-Programm von 07/2021 bis 12/2023) |
| Förderumfang | – Landesprogramm Mobile Stadtteilarbeit (24 Projekte) Haushaltsjahre 2026/2027: jeweils 3.000.000 € – Infrastrukturförderprogramm Stadtteilzentren (12 Projekte) Haushaltsjahre 2026/2027: jeweils 1.500.000 € – Ressortübergreifende Gemeinschaftsinitiative (6 Projekte) Haushaltsjahr 2026: 774.000 €, Haushaltsjahr 2027: 504.000 € |
| Projektanzahl | 42 Projekte stadtweit |
| Ausstattung | ca. 1,5 – 1,78 Stellen pro Projekt (rd. 100 Mitarbeitende) |
Fachliche Empfehlungen für Mobile Teams
| Kategorie | Empfehlung |
|---|---|
| Ausstattung | mindestens zwei feste Mitarbeitende (u.a. aus Sicherheits-gründen), unterstützend Multiplikatoren:innen und Ehrenamtliche |
| Orte | Ausgangsstandort Stadtteilzentrum o. ä., räumliche Begrenzung zur Fokussierung, regelmäßige verbindliche mobile Standorte |
| Kompetenz: Moderation | Öffentlichkeitsarbeit, Handlungsplanung, Verbindlichkeit |
| Kompetenz: Diversität | Diversitätsorientierung, möglichst kulturell und sprachlich an die Kiezstruktur angepasst |
| Kompetenz: Fortbildung | Methoden Gemeinwesenarbeit, Projekt- und Konflikt-management, Supervision u. ä. sowie Teilnahme am Kurs Diversitätsorientierung (Landesfreiwilligenagentur Berlin) |
| Methode: Pop-Up-Aktionen | einmalige für besondere Anlässe |
| Methode: Verweisberatung | Informationsmaterial, Kontaktlisten, Kenntnisse der Möglichkeiten |
| Methode: Vernetzung | zur Nutzung von Ressourcen, Förderung von Kontakten, z.B. mit engagierten Bürger:innen und weiteren Akteur:innen im Kiez |
| Methode: Austauschtreffen | mit anderen mobilen Stadtteilarbeiter*innen zur Impuls-gebung, qualitative Begleitung (z.B. Fortbildungen, Webinare, AG Austausch) durch Verband für sozial-kulturelle Arbeit und für Soziales zuständigen Senatsverwaltung |
| Aufgabe: Analyse und Fortentwicklung | Bedarfsanalyse, aktivierende Befragung, Einbindung örtliche Bevölkerung, Dokumentation, Wissenstransfer, Maßnahmenplanung, Verstetigung (Nachhaltigkeit) |
| Aufgabe: Standorte und Angebote | Mindestens zwei regelmäßige mobile Standorte im Kiez (abrufbar auf SocialMedia, u.a. Webseite), persönliche Ansprechbarkeit, zusätzliche Angebote, z.B. Pop-Ups |
| Aufgabe: Veranstaltungen | Durchführung bzw. (Mit)Organisation von öffentlichen Veranstaltungen |
| Aufgabe: Beratung | Anonyme (Kurz-)Beratungen, Verweisberatung, Informationsvermittlung, Beziehungsaufbau |
| Aufgabe: Zusammenarbeit und Kooperation | Zusammenarbeit mit Fokus- und Interessengruppen, Unterstützung von Initiativen, Zusammenarbeit mit Stadtteilzentren, bezirklicher Stadtteilkoordination und weiteren Kooperationspartnern |
